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Donnerstag, 3. Juni 2010

Rafa's Reign Over, Avram Appointed

Langsam nimmt auch das Geschehen abseits der WM-Vorbereitung wieder an Fahrt auf. Liverpool ist auf Trainersuche, während West Ham endlich seinen Wunschkandidaten an Bord hat.

Die Gerüchte schwirrten fast die ganze Saison wie ein lästiger Mückenschwarm um die Anfield Road, ich habe es bereits Ende April erwartet, und nun ist es Tatsache: Nach sechs Jahren verlässt Rafa Benitez Liverpool in "gegenseitigem Einvernehmen". Zumindest sehr einseitig scheinen die finanziellen Folgen von Benitez Abgang zu sein: Die Reds müssen dem scheidenden Spanier eine Entschädigung von rund 6 Millionen Pfund überweisen. Den sowieso schon angespannten finanziellen Verhältnissen des Clubs kommt das alles andere als entgegen, doch die Differenzen mit den amerikanischen Clubeigentümern schienen nach einer enttäuschenden Saison (Platz 7, Schluss in der CL-Gruppenphase) unüberbrückbar.

Während Benitez bis zum Schluss einen grossen Teil der Fans hinter sich hatte, lässt sich das von den amerikanischen Bossen Tom Hicks und George Gillett nicht behaupten. Der vorzeitige Abgang des Trainers dürfte durchaus auch ein Argument für mögliche Käufer sein, die einen eigenen Mann auf der Bank platzieren möchten - immerhin versuchen die Eigentümer verzweifelt, ihre Anteile loszuwerden.
Wie ist Benitez Amtszeit zu bewerten? Der Champions League-Sieg im Thriller gegen Milan machte ihn zwar bei den Supportern unsterblich. Das Trophäenkabinett wird aber lediglich noch von einem Pokalsieg ergänzt, ein zweiter Platz in der Liga und ein weiteres Finale in der Königsklasse dürfen ebenso als Erfolg gewertet werden. Dem entgegen stehen aber ungenügende Klassierungen in der Premier League, eine fragwürdige Transferpolitik und ein andauerndes Rotieren des Teams in den unpassendsten Momenten. Meiner Meinung nach hat Benitez so auch die Meisterschaft 2009 verspielt.

Die Amtszeit des Spaniers deswegen als Misserfolg zu betrachten, wäre jedoch falsch. Der Fussball war meistens schöner anzusehen als unter Vorgänger Gérard Houillier, was somit wieder für normale Verhältnisse punkto Zuschauerzahlen sorgte. Bei den Fans wird Benitez vor allem wegen des Champions League-Erfolgs einen positiven Gesa
mteindruck hinterlassen. Nach sechs Jahren müssen sich aber auch diese wieder einmal an einen neuen Namen gewöhnen. Martin O'Neill, Roy Hodgson und Guus Hiddink werden gehandelt. Egal wer es wird - der neue Trainer betritt einen Brandherd und wird kaum mit Millionen um sich werfen können, um eine mehr als durchschnittliche Mannschaft zu verstärken. Bleak times ahead!

Elsewhere

Etwas im Schatten der Liverpool-Saga bestätigte heute West Ham United Avram Grant (ex-Chelsea, Portsmouth) als neuen Trainer. Der Israeli unterzeichnete nach wochenlangen Spekulationen einen Vierjahresvertrag und galt bei den unbeliebten Vereinsbesitzern (finden wir irgendwo noch das Gegenteil...?) David Gold und David Sullivan als Wunschkandidat, trotz Konkurrenz von anerkannten Leuten wie Sam Allardyce (Blackburn, ehemals Bolton & Newcastle) oder Ian Holloway, der eben erst Blackpool in die Premiership geführt hat.

Grant ist sicherlich eine gute Wahl für die Hammers. Bei Chelsea wurde er nur aufgrund eines Spiels (Champions League-Finale 2008, in dem man im Elfmeterschiessen Man Utd unterlag) entlassen, während er den Chaosclub Portsmouth mit viel Würde und Kompetenz sogar ins Pokalfinale führte. Traurig ist nur, dass auch Vorgänger Gianfranco Zola Opfer einer Vereinsführung wurde, die in regelmässigen Abständen skrupellos den Trainer hintergeht und diesen öffentlich desavouiert. Zola war nicht unumstritten, doch ein ehrlicher, sympathischer Arbeiter, und verdiente eine bessere Behandlung. Davon können derzeit viele Trainer in England ein Liedchen singen, und das sollte uns allen Sorgen machen. Food for thought!
Trotzdem hat West Ham den richtigen Kandidaten gewählt - Allardyce lässt Steinzeitfussball spielen und Holloway wäre doch eher ein zu grosses Risiko gewesen.

Und zum Schluss...

... späte Genugtuung für einen Newcastle-Fan. Nach unserem letztjährigen Auswärtstrikot-Schreck übertrifft Everton nun alles...


Freitag, 30. April 2010

Run-In Questions

Der Premier League-Marathon neigt sich dem Ende zu. Eine Reihe von Fragen bleibt jedoch zwei Spieltage vor Schluss immer noch unbeantwortet.

Title Run-In
Kann Man United den Titel des Rekordmeisters endlich für sich in Anspurch nehmen? Wird Fergie dann, nachdem er sein letztes Ziel erreicht hat (Liverpool von eben diesem Thron zu stossen), in Rente gehen? Oder durchkreuzt Chelsea seine Pläne?
Das wohl entscheidende Spiel der Saison findet am Sonntag an der Anfield Road statt. Sollte Chelsea dort patzen, wird sich United - mit Spielen in Sunderland (beim alten Kumpel Steve Bruce) und gegen Stoke - den Titel nicht mehr nehmen lassen. Holen die Blues die drei Punkte, stehen die Vorzeichen umgekehrt (es folgt das Heimspiel gegen Wigan). Liverpool spielt also die alles entscheidende Rolle im diesjährigen Meisterrennen - wohl aber in einem anderen Rahmen, als sich das Rafael Benitez vorgestellt hatte. Einerseits endet eine Pleitensaison, andernseits hilft man entweder Chelsea zum Titel oder krönt Man United zum Premiership-Rekordmeister. Und gibt somit den eigenen, stolzen Rekord ab. So oder so, der 2. Mai wird den Reds weh tun.
My prediction: Chelsea for the title. Einen durchaus interessanten Artikel zu Carlo Ancelottis erstem Jahr als Trainer an der Bridge gibt es übrigens hier.

Fourth Spot Run-In
Ich habe bereits im März meine Meinung zum Kampf um den verbleibenden Champions League-Platz abgegeben. Für mich sind realistischerweise nur noch die Spurs und Man City im Rennen. Die Partien, die man ins Auge fassen sollte, sind demnach Citys Heimspiele gegen Villa (morgen Samstag) und das Direktduell gegen die Spurs (Mittwoch). Villa und Liverpool rechne ich nur noch Aussenseiterchancen zu. Wo wir bereits beim nächsten Thema wären: Was passiert mit Rafa Benitez? Eine Entlassung käme den Club nach wie vor teuer zu stehen. Der vorzeitige Abgang des Spaniers in Richtung Italien (Juventus) wäre wohl die beste Lösung für Club sowie Trainer. Denn Benitez gibt zu, dass er kaum noch Rückendeckung von der Vereinsleitung spürt. Auch das wird im obigen Times-Artikel angesprochen.
My prediction: City for fourth. Ich bleibe dabei! Und Benitez macht den eleganten Abgang ins sonnige Italien.

Ansonsten? Im Mittelfeld gibt es noch einige uninteressante Positionskämpfe, unten hat sich alles geklärt: Pompey, Burnley und (falls kein Wunder geschieht) Hull verabschieden sich in Richtung Championship und werden durch Newcastle, West Brom sowie einem Team aus dem Quintett Nottingham Forest, Cardiff, Leicester, Swansea und Blackpool ersetzt. Und die Hammers bleiben oben.

Es bleibt vielleicht noch die Frage des Manager of the Year. Ancelotti? Hodgson? Redknapp? Sind wir doch mal ehrlich. Wird Chelsea Meister, macht Ancelotti das Rennen. Bleibt ihm der Titel verwehrt, ist er der Depp. Lassen wir also die Finger von einer unnötig heissen Diskussion.... Stattdessen noch ein kurzer Lacher zum Abschluss, ein kleiner Aufsteller für uns Hobbykicker. Ein Artikel, der bestätigt, dass auch für uns alles möglich ist. Alles!

Samstag, 27. März 2010

Law's Last Chance

Burnley gegen Blackburn - im Lancashire-Derby am Sonntag geht es für Burnley nicht nur um Ehre, sondern ums nackte Überleben. Manager Brian Laws steht unter Druck.

Seit Owen Coyle die Clarets verlassen hat, geht's in Burnley bergab. Die schwache Auswärtsform konnte nicht verbessert werden, und da man zuletzt auch zu Hause regelmässig Punkte abgeben musste, geraten der Club sowie der Manager, Brian Laws, immer mehr unter Druck. Laws war ohnehin schon ein überraschender Nachfolger von Coyle - wurde er doch eben erst bei Sheffield Wednesday entlassen.

Am meisten Kopfzerbrechen dürfte dem Manager die Abwehr bereiten, die statistisch schlechteste der Liga. Wie naiv man Tore kassiert ist einfach nur erschreckend. Die Situation vor dem sonntäglichen Derby gestaltet sich folgendermassen: Portsmouth wird abgeschlagen absteigen. Davor gelten Hull (neu unter Ian Dowie) und eben Burnley als die weiteren Favoriten "to go down". Doch West Ham hat den beiden am Dienstag mit der Heimniederlage gegen die Wolves neues Leben eingehaucht und steht selbst nur noch drei Punkte über dem Strich. Hull hat sogar noch ein Spiel in der Hinterhand.
Die Teams oberhalb sollten nicht mehr in Schwierigkeiten kommen. Wigan ist zwar sehr unkonstant, kann aber auch jeden Gegner schlagen. Die Wolves scheinen sehr solide und kompakt, und Bolton hat sich unter Owen Coyle (wie ironisch...) von den Abstiegsrängen entfernt. West Hams Kader sollte gut genug sein, um zu überleben - aber ich verweise gerne auf die Unruhen in einer Stadt im nordöstlichen Teil des Landes vor einem Jahr...

Während West Ham am Samstag gegen Stoke und Hull gegen Fulham vorlegen können, muss Burnley so oder so das Derby im Turf Moor gewinnen. Es gibt einfachere Aufgaben, als gegen Teams von Sam Allardyce zu spielen. Doch Brian Laws weiss, dass eine Niederlage wohl kaum mehr zu verkraften wäre, vor allem nach den Gerüchten um seine Position. Am Sonntagabend wissen wir mehr. Eines ist mir klar: Zum guten Glück muss ich diesen Abstiegskampf wenigstens diese Saison nicht selbst miterleben...!

Burnley v Blackburn, Sonntag, 12:55 LIVE, Sky Sport.

Bildquelle: http://www.owlsonline.com/

Samstag, 13. März 2010

Race For Fourth

Die Premier League ist spannender denn je: Drei Teams kämpfen um den Titel, und dahinter läuft das Rennen um den verbleibenden Champions League-Platz. Das viertplatzierte Tottenham und Everton auf der Neun trennen lediglich acht Punkte.

Die ganze Tabellensituation gestaltet sich aber sehr unübersichtlich - die Spurs haben 28 Spiele absolviert, Man City (5.) 27, Liverpool (6.) bereits 29, Aston Villa als siebtplatzierter hingegen erst 26. Realistischerweise werden es diese Teams sein, die den vierten Platz unter sich ausmachen werden. Der gut organisierte Aufsteiger Birmingham und Everton halten zwar dahinter die Stellung, sind aber zu dünn besetzt, um gegen Ende der Saison noch einen ernstzunehmenden Angriff auf die Top Four starten zu können.

Klar ist: Liverpool und Rafa Benitez stehen enorm unter Druck, da sie mehr Spiele als alle anderen Teams auf der Abrechnung haben. Die offensichtliche Schwäche Liverpools ist seine Abhängigkeit von Torres & Gerrard, dafür braucht es keinen Hellseher. Doch selbst wenn diese zwei spielen, überzeugen sie diese Saison kaum - Gerrard beispielsweise spielt oft trotz kleinen Verletzungen und Schmerzen, was sich negativ auf seine Leistungen auswirkt. Durchschnittsspieler wie Kuyt, N'Gog oder Lucas können keinem Spiel ihren Stempel aufdrücken, und genau dies war am Montag in Wigan (0:1) und am Donnerstag in Lille (ebenfalls 0:1) wieder deutlich zu sehen.
Da wirken andere Teams spielerisch überzeugender - die Spurs von Trainerfuchs Harry Redknapp (Bild) haben mit Leuten wie Defoe, Modric, Krancjar oder Lennon (derzeit verletzt) eine ungeheure spielerische Klasse vorzuweisen, wobei die Konstanz klar fehlt (u.a. Heimniederlagen gegen die Wolves und Stoke). Aston Villa hat nach seiner langen Carling Cup-Saison noch einige Spiele in der Hinterhand. Villas Trumpf ist seine gut organisierte Defensive (wenigste Gegentore der Liga), Abwehrchef Richard Dunnes Verpflichtung stellte sich als Schnäppchen heraus. Gefährlich wird es, wenn Villa kontert - schnelle Spieler wie Agbonlahor oder Ashley Young zeichnen das Team von Martin O'Neill aus. Mit der Chancenverwertung sind wir aber schon bei Villas Manko: Erst 37 Tore stehen für eine durchaus magere Ausbeute.
Für viele Experten, darunter Alan Shearer, ist aber Man City der Topfavorit auf den vierten Platz. Seit dem Trainerwechsel von Mark Hughes zu Roberto Mancini rückte zwar die Abwehrarbeit wieder in den Vordergrund, in den letzten Wochen war jedoch ein deutlicher Abwärtstrend zu erkennen. Das offensiv explosive City scheint wieder in das alte Fahrwasser der fehlenden Balance im Team zurückzufallen. Hinten vermehren sich die Abwehrfehler, und man beginnt sich einmal mehr zu fragen, was dieser Trainerwechsel überhaupt gebracht hat. Mark Hughes verlor bis zu seiner Entlassung gerade mal zwei Spiele in der laufenden Saison.

Ich bleibe aber dabei und tippe auf City - aufgrund der Unkonstanz anderer Teams, vor allem Tottenhams, das dazu das wohl schwerste Restprogramm bestreitet (u.a. Arsenal, Chelsea & Man Utd). Machen Sie sich selbst ein Bild - die Spurs stehen heute Mittag zu Hause gegen Blackburn in Aktion (Sky Sport, 13:45).

Dienstag, 7. Juli 2009

Doom Or Boom?

Medien, Experten, Fans: Geht es um Manchester United, hört man derzeit viel Negatives. Wieso eigentlich?

''Dieses Team ist einfach nur schlecht.''

''Wieso sorgen sich alle so? Vertraut Fergie, er weiss, was er tut. Fletcher wird unser neuer Keano und Rooney unser absoluter Leistungsträger.''

Dies sind zwei ausgewählte Zitate aus dem offiziellen Messageboard auf manutd.com. In ihrer Aussage grundverschieden - aber sie stehen für die aktuelle Stimmungslage im und um Old Trafford. Auf der einen Seite die Supporter, die schwarz sehen für die kommende Spielzeit. Ronaldo & Tevez weg, Ribéry will ins sonnige Spanien statt nach Nordengland, Benzema hat Madrid Manchester schon vorgezogen. Neuzugang Luis Antonio Valencia ist gewiss ein talentierter Spieler, aber ob er Ronaldo ersetzen kann? Dazu Michael Owen - ein Ex-Red und Teilzeittorjäger, dem Schnelligkeit und Fitness abhanden gekommen sind. Und Scholes & Giggs werden auch nicht jünger. Soll diese Mannschaft stärker sein als jene, die zuletzt drei Ligatitel in Folge gewonnen hat und zweimal im Champions League-Endspiel stand? Gerüchte, Sir Alex Ferguson könne wegen der hohen Verschuldung des Vereins sowieso nicht die komplette Summe des Ronaldo-Verkaufs in neues Personal investieren, stimmt sie auch nicht gerade mutig.

Auf der anderen Seite sind die optimistischen ''Fergie-wirds-schon-richten''-Fans anzutreffen. Es ist nicht das erste Mal, dass United grosse Spieler verkaufen musste - remember Beckham? Den Namen seines Nachfolgers muss ich wohl kaum erwähnen. Ferguson hat darüber hinaus Wigan sicherlich nicht umsonst £18 Millionen für Valencia überwiesen und sieht ihn als zukünftigen Ronaldo-Ersatz. Und er hat noch genug Asse im Ärmel - selbst wenn Ribéry nicht umzustimmen ist. Der United-Boss ist clever genug, um zu wissen, dass übertriebene Panik in dieser Situation unangemessen ist, die Transferperiode dauert noch fast zwei Monate. Zeit (und Geld) genug, um ein grosses Kader gezielt zu verstärken - kleinere Baustellen gibt es eigentlich nur im Angriff.

Als neutraler Beobachter muss ich hierzu bemerken: Verd*mmt, solche Sorgen möchte ich auch haben. Im Ernst, ich bin ein grosser Bewunderer von Alex Ferguson und bin mir sicher, dass er auch diesen Sommer seine Kritiker Lügen strafen wird. Ich frage mich, warum man ihn jedes Jahr aufs Neue in Frage stellen muss. Er weiss Geld weise zu investieren, hat eine in der Breite schon extrem gut besetzte Mannschaft und kann nun nach dem Abgang Ronaldos anderen die Chance geben, zum Leistungsträger aufzusteigen. Hat er jeweils einem Spieler, an dessen Fähigkeiten er glaubte, das Vertrauen geschenkt, hat es sich ausbezahlt, ob bei Giggs, Cantona, Beckham oder eben Ronaldo. Wetten, es klappt auch mit Valencia?

Zwei Seiten, zwei komplett unterschiedliche Standpunkte, ein Verein. Dazwischen ein schlauer Fuchs, der beide Partein zufriedenstellen wird.

Samstag, 4. Juli 2009

Owen, Shepherd & Die Malaysianer

Keine Woche vergeht, ohne dass Newcastle United für Schlagzeilen sorgt. Ein Rückblick auf die vergangenen Tage.

Anfangs Woche sorgte das Gerücht, dass der unbeliebte frühere Chairman Freddy Shepherd (der Newcastles Frauen ''ugly'' und Alan Shearer Mary Poppins nannte) wieder im Club einsteigen wird, für Unruhe. Die BBC meldete, dass Clubbesitzer Mike Ashley eine Offerte für lächerliche £60 Millionen akzeptieren würde. Spätabends am Donnerstag behaupteten jedoch mehrere Zeitungen, inklusive lokaler Blätter, dass ein malaysianisches Konsortium durch Newcastle und ans Trainingsgelände geführt wurde. An der Spitze steht angeblich der Geschäftsmann Ananda Krishnan, der drittreichste Mann in Südostasien. Sein Konsortium ist nun Favorit, was eine Übernahme des Clubs angeht (der Kaufbetrag befindet sich wohl in der Region von £80 Millionen), während Shepherd und ein amerikanischer Bieter ebenfalls noch im Rennen sind. Prognosen kann niemand wagen - optimal wäre aber, wenn der Deal nächste Woche bestätigt wird, denn in etwas mehr als einem Monat startet die neue Saison, und die Magpies stehen noch immer ohne Manager da. Ob das Alan Shearer sein wird oder nicht, ist ebenfalls unklar.

Währenddessen unterzeichnete Michael Owen gestern für zwei Jahre bei Manchester United. Sein Vertrag bei Newcastle, dotiert mit der Kleinigkeit von £108'000 wöchentlich, lief nach dem Abstieg aus. Somit stellt er mit deutlich reduziertem Gehalt als ablösefreier Spieler kein allzu grosses Risiko für Sir Alex Ferguson dar, Fragezeichen sind aber hinter seine Verletzungsanfälligkeit zu setzen: In vier Jahren im Nordosten Englands absolvierte er gerade mal 79 Spiele (30 Tore). Als hätten all die Verletzungen, Kreuzbrandrisse und Blessuren gar nie existiert, sagt er: ''My fitness is fine.'' Aha(-haha). Seine Zeit in Newcastle bezeichnete er übrigens als ''poor spell'' - armer Michael.

Klar, Michael Owen war einmal ein Weltklassestürmer. Von dem war aber in den letzten Jahren nicht mehr viel zu sehen. Seine Schnelligkeit und die Fähigkeit, sich selbst Chancen zu erarbeiten, hat er schon längst eingebüsst. Das heisst, er ist auf Support von Mitspielern angewiesen, und den hatte er in der letzten Saison aus einem katastrophalen Mittelfeld kaum. Was mich aber viel mehr stört, ist seine Einstellung - man hat ihm richtig angesehen, dass er keine Lust hatte, für einen kriselnden Club zu spielen. Soviel zum ''Model Pro'' Michael Owen. Ich weine ihm keine Träne nach, weil er für £40m+ eine der grössten Enttäuschungen der Vereinsgeschichte gewesen ist. In Manchester wird er kaum einen Stammplatz bekommen, alleine schon wegen seinen Verletzungen. Aber für ihn ist es die letzte Chance, Fabio Cappello noch einmal umzustimmen. See you in South Africa 2010? Ich bezweifle es.

Bildquelle: http://bbc.co.uk/

Mittwoch, 17. Juni 2009

2009/2010

Heute morgen wurden die neuen Spielpläne für die Premier League sowie die Football League veröffentlicht. 

Die Premiership startet am 15. August u.a. mit Man Utd - Birmingham (Übersicht hier), während die Championship schon eine Woche davor ihren Betrieb aufnimmt (erste Runden hier). Dabei treffen die beiden Absteiger West Brom und Newcastle im Hawthorns schon am ersten Spieltag aufeinander. 

Wie üblich müssen diverse Partien aufgrund von europäischen Wettbewerben und TV-Übertragungen noch einmal arrangiert werden. In der Championship betrifft das nur allfällige Livespiele, deren Rechte sich die BBC und Sky Sports gesichert haben. 


Samstag, 21. März 2009

Heading for relegation? Newcastle 1 -3 Arsenal



57' Bendtner 0-1, 58' Martins 1-1, Diaby 64', Nasri 67' 1-3.

Newcastle: Harper - S. Taylor (65' Owen), Coloccini, Bassong (38' Beye), Enrique - R. Taylor, Butt, Nolan, Duff, Loevenkrands (79' Ameobi) - Martins.

Arsenal: Almunia - Sagna, Gallas, Toure, Clichy - Arshavin (74' Song), Denilson, Diaby, Nasri - Van Persie, Bendtner (89' Eboue).

Att: 49'972


Ref: Mark Halsey


Nachdem die Resultate der am Nachmittag ausgetragenen Spiele Newcastles prekärer Situation nicht wirklich halfen, stand man gegen Arsenal umso mehr unter Druck. Den Spielern war jedoch während der ersten 45 Minuten nicht wirklich viel davon anzumerken, wie schon im Spiel gegen Man Utd anfangs Monat spielte man sich gute Chancen heraus und war zeitweise minutenlang in der gegnerischen Platzhälfte vorzufinden. Doch Newcastle verpasste es, beste Chancen zu nutzen - vor allem Obafemi Martins, der einen Elfmeter auf klägliche Art und Weise verschoss, was die Frage aufwerfen liess, was denn gewesen wäre, wenn Owen in der Startformation gestanden hätte. Nach dem verpassten Elfmeter spielte sich das Heimteam weiterhin gute Gelegenheiten für Martins und Loevenkrands heraus, doch der Elfmeter schien auch Arsenal aufgeweckt zu haben, die gegen Ende der Halbzeit Fehler der Newcastle-Abwehr hätten ausnützen müssen.

In der zweiten Halbzeit übernahm allmählich Arsenal das Spielgeschehen und ging nach einer knappen Stunde in Führung. Doch nur 30 Sekunden später schlugen die Magpies zurück - Martins machte seinen Fehler gut, nachdem er eine noch ungeordnete Gunners-Abwehr bestrafte. Die Freude blieb nicht lange bestehen. Steven Taylor musste verletzt vom Spielfeld, und in dieser Zeit nutzte Diaby die Überzahlsituation aus. Von da an war eigentlich klar, dass Arsenal das Spiel heimschaukeln wird, an dem konnte auch die Einwechslung Michael Owens für die letzten 25 Minuten nichts mehr ändern. Arsenal setzte noch einen dritten drauf und hätte am Ende sogar noch höher gewinnen können, u.a. traf Van Persie den Pfosten.

Was bleibt uns von diesem Spiel? Newcastle befindet sich acht Spiele vor Saisonende in einer besorgniserregenden Situation, und der Slogan too big to go down gilt spätestens seit Samstag nicht mehr. Die nächsten Wochen scheinen kaum besser zu werden - es ''lockt'' ein Heimspiel gegen Chelsea und ein weiteres must-win-Spiel beim heimstarken (Mitabstiegskandidaten) Stoke. Wichtig ist nicht, dass man gegen ein weiteres Top-Team gut spielt und wieder verliert, sondern dass man endlich mal gegen Hull, Stoke & Co. das Spieldiktat in die Hand nimmt und Punktverluste in diesen Spielen verhindert. Aus den vier Spielen bei Stoke (auswärts), gegen Middlesbrough, Portsmouth und Fulham (alle heim) müssen neun bis zehn Punkte her. Falls man dazu nicht fähig ist, hat man es auch nicht verdient, in dieser Liga zu bleiben. Leeds United lässt grüssen.

Premiership: bottom five (22.3.)

16Stoke City3032
17Blackburn Rovers3031
18Newcastle United3029
19Middlesbrough3027
20West Bromwich Albion3024