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Mittwoch, 12. Mai 2010

Beside the Seaside

Ian Holloways Blackpool hat das Finale der Championship-Playoffs erreicht - und will nun dorthin, wo der Club seit 31 Jahren mit Abwesenheit glänzt. Zurück ins Rampenlicht der Premier League.

"Ich hoffe, dass uns jetzt alle ernst nehmen." Unmittelbar nach dem gestrigen 4:3 Sieg bei Nottingham Forest im Halbfinal der Aufstiegsplayoffs (Hinspiel 2:1 für die Seasiders) wollte Blackpools beliebter Trainer klarmachen, dass mit ihnen zu rechnen sei. "Schreiben Sie uns nie ab, respektieren Sie uns, denn dies ist ein gutes Team." In Tat und Wahrheit gehörte die Mannschaft von der Westküste Englands anfangs der Saison zu den Abstiegsfavoriten der Championship. Doch einer hatte anderes im Sinn: Ian Holloway, der zuvor bei Leicester City seinen Job nach der Relegation in die dritte Division verloren hatte und seine Karriere "back on track" bringen wollte. Er liess Blackpool offensiv und frei aufspielen, mit Mittelfeldspieler und Topscorer Charlie Adams (ex-Rangers) in der zentralen Rolle seiner Pläne. Der sechste Schlussrang resultierte, und jetzt steht man plötzlich vor dem Trip ins Wembley, wo die Tür zur Premier League weit, weit aufsteht. £60 Millionen sollen sich hinter dieser verstecken, Nottinghams Trainer Billy Davies sprach von 100 Millionen. Egal, wie man es betrachtet will: Blackpool hat eine historische Chance in den Händen.

Von einer überraschend guten Saison darf man bisher an der Bloomfield Road (nur rund 10'000 Plätze) durchaus sprechen, glücklich oder gar duselig war es aber nicht. Unter anderem wurde Newcastle zu Hause geschlagen, und genau dort lag die Stärke des Aussenseiters: Die Heimspiele. Zwar verzeichnete nur Scunthorpe weniger zahlende Zuschauer, die Atmosphäre im kleinen Schmuckkästchen an der Küste machte diesen Nachteil jedoch wieder wett.

Zum Spiel um den Schlüssel für das Tor zur Premiership dürfte es gegen ein ebenfalls offensiv aufspielendes Team kommen, nämlich Cardiff City. Die Waliser sind nach dem 1:0 bei Leicester im heutigen Rückspiel klar im Vorteil. Könnten entgegen aller Erwartungen die Foxes das Ding doch noch drehen, käme es zum Wiedersehen mit dem fortgejagten Trainer. Ob es nun gegen Carfiff oder Leicester geht -
Ian Holloway will rauf in die Liga der big boys, auch wenn noch immer nur wenige daran glauben. Es wäre seine Premiere, und wir hätten eine Attraktion mehr. Keinen langweiligen Mick McCarthy, Sam Allardyce oder David Moyes. "Ollie" wäre eine wünschenswerte und sympathische Erfrischung für die Premier League, sehen Sie hier selbst...!

Samstag, 24. April 2010

Clouds across the Toon ...

Newcastle United beendet die Saison nun offiziell als einzige auf heimischem Platz ungeschlagene Mannschaft im englischen Profifussball. Dies ist den Magpies seit 103 Jahren nicht mehr gelungen!

Nach einem 2-2 gegen Roy Keanes Ipswich vor einer Zweitliga-Rekordkulisse von 52'181 Zuschauern durfte Newcastle wieder einmal einen Pokal in die Höhe stemmen, den sie faktisch schon am Montagabend beim 2-0 Sieg in Plymouth gewonnen hatten. Böse Zungen behaupten, dass die Quelle der Asche, die halb Europa lahmgelegt hat, nicht in Island liege, sondern in Newcastle, wo das Trophäenkabinett wieder einmal entstaubt werden musste.....
Darum auch der Titel, der von der inoffiziellen Seite nufc.com stammt.

Für einen Newcastle-Supporter war es eine ungewöhnlich erfolgreiche Saison, einen derartigen Durchmarsch zurück in die Premier League hätte niemand erwartet. Nach all den Unruhen und Problemen zu Saisonbeginn (Vereinsbesitzer, Trainer, Spielerverkäufe) gab es sogar Experten, die Newcastle als potentiellen Nachfolger von Leeds sahen, also als Absteiger in die dritte Division. Grosses Kompliment an Trainer Chris Hughton, der mit seiner ruhigen Art Newcastle aus dem Schlamassel gezogen hat. Und natürlich auch ein grosses Lob an die ganze Mannschaft. Denn die Spieler, die nach der Abstiegssaison hiergeblieben sind, wollten das schwarzweisse Trikot auch tragen. Nicht wie Michael Owen.

Nach dem "Titelgewinn" der Championship bleibt als verbleibendes Ziel noch das Erreichen der 100-Punkte-Grenze. Ein Remis im letzten Saisonspiel bei QPR würde dafür genügen.
Fragezeichen bleiben aber für nächste Saison - Konkurrenzfähigkeit, Trainersituation, Vereinsbesitzer, Investitionspotential wären einige Stichworte. Allein, während den nächsten Tagen interessiert das noch keinen Geordie.

Mittwoch, 17. Juni 2009

2009/2010

Heute morgen wurden die neuen Spielpläne für die Premier League sowie die Football League veröffentlicht. 

Die Premiership startet am 15. August u.a. mit Man Utd - Birmingham (Übersicht hier), während die Championship schon eine Woche davor ihren Betrieb aufnimmt (erste Runden hier). Dabei treffen die beiden Absteiger West Brom und Newcastle im Hawthorns schon am ersten Spieltag aufeinander. 

Wie üblich müssen diverse Partien aufgrund von europäischen Wettbewerben und TV-Übertragungen noch einmal arrangiert werden. In der Championship betrifft das nur allfällige Livespiele, deren Rechte sich die BBC und Sky Sports gesichert haben. 


Samstag, 28. März 2009

Blick nach oben

In der laufenden Premier League-Saison schlagen sich die drei Aufsteiger entgegen aller Erwartungen nicht schlecht - doch welche Zweitligisten werden ab dem Sommer wieder in den Genuss von Erstligafussball kommen?

Hull und Stoke sind zwar nach wie vor im Abstiegskampf involviert, haben ihr Schicksal aber in den eigenen Händen. Weitaus prominentere Vereine wie Newcastle oder Middlesbrough finden sich derzeit auf einem Abstiegsplatz wieder. Nur der dritte im Bunde der Aufsteiger, West Brom, steht etwas abgeschlagen am Tabellenende. Ironischerweise versucht WBA attraktiven Fussball zu spielen und bleibt damit erfolgslos, während Hull und Stoke eher durch physische Stärke auffallen und so das bessere Los gezogen haben. Es ist eben doch so: Im Abstiegskampf zählen Biss und Leidenschaft, (leider) nicht die Qualität.

In der zweiten Liga, der Coca Cola-Championship (natürlich amerikanisiert...), stellen sich die 24 Teams langsam auf den Schlussspurt ein. Es kämpfen sechs Spieltage vor Ende (einige Vereine haben sogar noch ein bis zwei Spiele mehr zu absolvieren) grob gesagt noch elf Mannschaften um zwei direkte Aufstiegs- und vier Playoff-Plätze. Die Top Six sieht derzeit wie folgt aus:

1Wolverhampton Wanderers4077
2Birmingham City4072
3Reading3968
4Sheffield United3966
5Burnley4065
6Cardiff City3863


Die Wolves, die schon fast die ganze Saison oben stehen, sind auf dem besten Weg dazu, erstmals seit dem Abstieg 2004 wieder ins Oberhaus zurückzukehren. Manager Mick McCarthy gelang das selbe schon einmal mit Sunderland, nach der Saison 2005-06 war aber wieder Schluss mit Erstligafussball und der Ire musste den Hut nehmen. Seither stand er, vor allem Ende letzter Saison, in Wolverhampton immer wieder unter Druck, würde aber nun mit dem Gewinn der Championship die Erwartungen der Fans mehr als erfüllen.

Birmingham City und Manager Alex McLeish liefern sich mit Reading ein enges Rennen um den direkten Wiederaufstieg, welches sich wohl am letzten Spieltag in einem Direktduell entscheiden wird. Birmingham spielt darüber hinaus auch noch gegen die Wolves. Trotz der passablen Situation - der Schotte McLeish steht beim eigenen Anhang stark in der Kritik, weil seine Auffassung von Fussball vielen Leuten missfällt. Lange Bälle, defensivorientiertes Denken und ein extrem physisches Spiel zeichnen die Blues aus, erst 47 Tore wurden erzielt. Readings Trainer Steve Coppel hingegen hat mit Spielern wie den Iren Stephen Hunt oder Kevin Doyle kreative Offensivspieler zur Verfügung, die mit Kick'n'Rush nicht viel anfangen können.

Dahinter lauern Sheffield United, Burnley und Cardiff auf Ausrutscher der Favoriten (Achtung - Cardiff hat erst 38 Spiele absolviert!). Burnley und ihr Trainer Owen Coyle zeichnen sich durch feinen Angriffsfussball aus und haben in den nationalen Pokalwettbewerben u.a. Arsenal und Tottenham überrascht. Ausserhalb der Playoffplätze streiten sich noch Preston, Swansea, Bristol City, Ipswich und die Queens Park Rangers mit ihren Clubeigentümern Briatore & Ecclestone um den Einbruch in die Top Six.

Sofern sie sich nicht dumm anstellen, sollten sich die Wolves mit Mittelfeldtalent Michael Kightly einen der ersten zwei Plätze sichern können, um nicht zu sagen den ersten Rang. Birmingham hat gegenüber Reading leichte Vorteile im Kampf um Platz zwei. Sollten die Royals also den Weg über die Playoffs machen müssen, sollte die Qualität über drei weitere Spiele jedoch reichen. Auf den Plätzen vier bis sechs sehe ich realistischerweise keine grossen Veränderungen mehr, unter Umständen könnte noch das siebtplatzierte Preston eingreifen.

Ohne jemanden beleidigen zu wollen - abgesehen von Birmingham freuen wir uns auf frische Gesichter in der Premier League...