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Samstag, 24. April 2010

Clouds across the Toon ...

Newcastle United beendet die Saison nun offiziell als einzige auf heimischem Platz ungeschlagene Mannschaft im englischen Profifussball. Dies ist den Magpies seit 103 Jahren nicht mehr gelungen!

Nach einem 2-2 gegen Roy Keanes Ipswich vor einer Zweitliga-Rekordkulisse von 52'181 Zuschauern durfte Newcastle wieder einmal einen Pokal in die Höhe stemmen, den sie faktisch schon am Montagabend beim 2-0 Sieg in Plymouth gewonnen hatten. Böse Zungen behaupten, dass die Quelle der Asche, die halb Europa lahmgelegt hat, nicht in Island liege, sondern in Newcastle, wo das Trophäenkabinett wieder einmal entstaubt werden musste.....
Darum auch der Titel, der von der inoffiziellen Seite nufc.com stammt.

Für einen Newcastle-Supporter war es eine ungewöhnlich erfolgreiche Saison, einen derartigen Durchmarsch zurück in die Premier League hätte niemand erwartet. Nach all den Unruhen und Problemen zu Saisonbeginn (Vereinsbesitzer, Trainer, Spielerverkäufe) gab es sogar Experten, die Newcastle als potentiellen Nachfolger von Leeds sahen, also als Absteiger in die dritte Division. Grosses Kompliment an Trainer Chris Hughton, der mit seiner ruhigen Art Newcastle aus dem Schlamassel gezogen hat. Und natürlich auch ein grosses Lob an die ganze Mannschaft. Denn die Spieler, die nach der Abstiegssaison hiergeblieben sind, wollten das schwarzweisse Trikot auch tragen. Nicht wie Michael Owen.

Nach dem "Titelgewinn" der Championship bleibt als verbleibendes Ziel noch das Erreichen der 100-Punkte-Grenze. Ein Remis im letzten Saisonspiel bei QPR würde dafür genügen.
Fragezeichen bleiben aber für nächste Saison - Konkurrenzfähigkeit, Trainersituation, Vereinsbesitzer, Investitionspotential wären einige Stichworte. Allein, während den nächsten Tagen interessiert das noch keinen Geordie.

Samstag, 8. August 2009

Rest In Peace, Sir Bobby Robson (1933-2009)

Nachdem der grosse Sir Bobby Robson vor rund einer Woche von uns gegangen ist, will auch ich diesem Mann noch einen Beitrag widmen.

Robson war unbestritten einer der grössten englischen Trainer aller Zeiten. Er war kein Titelsammler wie Bob Paisley, Bill Shankly oder sein Freund Sir Alex Ferguson - wer aber aus Ipswich Town eines der führenden Teams Englands macht (zweimal Vizemeister und je einen FA und Uefa Cup), erfolgreich im Ausland arbeitet (mehrere Titel mit dem PSV, Porto, Sporting und Barcelona) und mit seinem ''Boyhood-Club'' Newcastle United zwei Mal in die Champions League sowie ins Uefa Cup-Halbfinale einzieht, muss ein Grosser sein. Darüber hinaus führte er England 1986 ins WM-Viertelfinale, wo er an der Hand Gottes scheiterte (Robson nannte es ''die Hand eines Diebes''), 1990 war der Weg erst im Halbfinale gegen die Deutschen zu Ende.

Was Robson aber endgültig zur Legende machte, war sein Auftreten. Er hatte immer Zeit für jedermann, hört jedem Fan, jeder Tealady zu, war ein Gentleman durch und durch. Mit seiner charmanten, freundlichen Art eroberte er Herzen in ganz Europa und wird heute noch in Ipswich und Newcastle für seine Erfolge verehrt. Nach wie vor kann niemand verstehen, wie Chairman Freddy Shepherd es übers Herz gebracht hat, diesen Mann nach gerade mal vier Spielen zu Beginn der Saison 2004-05 zu entlassen. Wie wir alle wissen, war das der Beginn eines rasanten Absturzes für die Magpies, der wohl nicht so schnell ein Ende nehmen wird. Ich hätte ihm gewünscht, ''sein'' Newcastle wenigstens noch einmal in einer erfolgreichen Saison gesehen zu haben.

Ein Kämpfer war er immer schon, auch nach seinem traurigen Abschied in Newcastle blieb er dem Fussball in mehreren Funktionen treu. Der Krebs war ein ständiger Begleiter, den er immer wieder besiegen konnte. Er gründete die Sir Bobby Robson Foundation und war noch am Sonntag vor seinem Tod an einem Benefizspiel zugunsten seiner Organisation im St. James' Park anwesend. 33'000 Fans feierten den Mann, den sie alle liebten. Dass er keine Woche darauf seinen letzten Kampf verlieren würde, daran hatte niemand geglaubt.

An einem Testspiel von Newcastles Erzrivalen Sunderland erreignete sich eine rührende Szene: Die Supporter der Black Cats begannen ''There's only one Bobby Robson'' zu singen, dasselbe erreignete sich gestern Abend im Championship-Startspiel zwischen Middlesbrough und Sheffield United. Ich glaube, das sagt alles über diesen Mann. Man konnte gar nicht anders, als ihn zu lieben. Bobby, danke für alles. Mögest du deinen Frieden finden.

Bildquelle: http://www.epltalk.com/

Samstag, 4. Juli 2009

Owen, Shepherd & Die Malaysianer

Keine Woche vergeht, ohne dass Newcastle United für Schlagzeilen sorgt. Ein Rückblick auf die vergangenen Tage.

Anfangs Woche sorgte das Gerücht, dass der unbeliebte frühere Chairman Freddy Shepherd (der Newcastles Frauen ''ugly'' und Alan Shearer Mary Poppins nannte) wieder im Club einsteigen wird, für Unruhe. Die BBC meldete, dass Clubbesitzer Mike Ashley eine Offerte für lächerliche £60 Millionen akzeptieren würde. Spätabends am Donnerstag behaupteten jedoch mehrere Zeitungen, inklusive lokaler Blätter, dass ein malaysianisches Konsortium durch Newcastle und ans Trainingsgelände geführt wurde. An der Spitze steht angeblich der Geschäftsmann Ananda Krishnan, der drittreichste Mann in Südostasien. Sein Konsortium ist nun Favorit, was eine Übernahme des Clubs angeht (der Kaufbetrag befindet sich wohl in der Region von £80 Millionen), während Shepherd und ein amerikanischer Bieter ebenfalls noch im Rennen sind. Prognosen kann niemand wagen - optimal wäre aber, wenn der Deal nächste Woche bestätigt wird, denn in etwas mehr als einem Monat startet die neue Saison, und die Magpies stehen noch immer ohne Manager da. Ob das Alan Shearer sein wird oder nicht, ist ebenfalls unklar.

Währenddessen unterzeichnete Michael Owen gestern für zwei Jahre bei Manchester United. Sein Vertrag bei Newcastle, dotiert mit der Kleinigkeit von £108'000 wöchentlich, lief nach dem Abstieg aus. Somit stellt er mit deutlich reduziertem Gehalt als ablösefreier Spieler kein allzu grosses Risiko für Sir Alex Ferguson dar, Fragezeichen sind aber hinter seine Verletzungsanfälligkeit zu setzen: In vier Jahren im Nordosten Englands absolvierte er gerade mal 79 Spiele (30 Tore). Als hätten all die Verletzungen, Kreuzbrandrisse und Blessuren gar nie existiert, sagt er: ''My fitness is fine.'' Aha(-haha). Seine Zeit in Newcastle bezeichnete er übrigens als ''poor spell'' - armer Michael.

Klar, Michael Owen war einmal ein Weltklassestürmer. Von dem war aber in den letzten Jahren nicht mehr viel zu sehen. Seine Schnelligkeit und die Fähigkeit, sich selbst Chancen zu erarbeiten, hat er schon längst eingebüsst. Das heisst, er ist auf Support von Mitspielern angewiesen, und den hatte er in der letzten Saison aus einem katastrophalen Mittelfeld kaum. Was mich aber viel mehr stört, ist seine Einstellung - man hat ihm richtig angesehen, dass er keine Lust hatte, für einen kriselnden Club zu spielen. Soviel zum ''Model Pro'' Michael Owen. Ich weine ihm keine Träne nach, weil er für £40m+ eine der grössten Enttäuschungen der Vereinsgeschichte gewesen ist. In Manchester wird er kaum einen Stammplatz bekommen, alleine schon wegen seinen Verletzungen. Aber für ihn ist es die letzte Chance, Fabio Cappello noch einmal umzustimmen. See you in South Africa 2010? Ich bezweifle es.

Bildquelle: http://bbc.co.uk/

Donnerstag, 11. Juni 2009

40 Years Of Pain

Heute vor 40 Jahren gewann Joe Harveys Newcastle United den Inter Cities Fairs Cup. Dass es der bis dato letzte Titel der Vereinsgeschichte sein würde, konnte damals niemand erahnen.

Mit 6-2 Toren aus Hin- und Rückspiel setzte sich United im Vorgängerturnier des Uefa-Cups gegen den ungarischen Vertreter Ujpest Dozsa durch. Wer Mitleid mit den Magpies verspürt, der hebe doch einfach ein Glas auf die Herren Iam McFaul, David Craig, Frank Clark, Tommy Gibb, Ollie Burton, Captain Bobby Moncur, Jimmy Scott, Pop Robson, Wyn Davies, Benny Arentoft, Jackie Sinclair und Aan Foggon. 

Ein weiterer nationaler Erfolg lässt sogar seit 1955 auf sich warten. Dass diese Leidenszeit als Zweitligist bald ein Ende nehmen wird, darf stark bezweifelt werden. Vielleicht überlegt sich Man United, uns mit dem Ronaldo-Geld aufzukaufen und als Farmteam einzusetzen. £100 Millionen und ihr seid auch im Rennen! 

Bildquelle: www.nmva.co.uk

Mittwoch, 10. Juni 2009

Money Money Money

Während Mike Ashley verzweifelt versucht, Newcastle United für £100 Millionen loszuwerden, greift Real Madrid in Person von Florentino Perez schnell in die Portokasse und verpflichtet Kaka für eine Summe von rund £56 Millionen. Der Bauunternehmer aus Madrid schuldet uns eigentlich  noch etwas , immerhin haben wir Real 2005 £16 Millionen für einen gewissen Michael Owen nachgeworfen, den ich an dieser Stelle gerne zitiere:


Sollte in der Auswahl für das Zitat des Jahres stehen!

Die Enttäuschung nach einem Millionentransfer beruht jedoch auf Gegenseitigkeit - immerhin blätterten die Königlichen für Jonathan Woodgate, der 2004 den umgekehrten Weg ging, £13.4 Millionen hin. Woodgate absolvierte neun Ligaspiele für Madrid, Owen für die Magpies in vier Jahren 41. 

EDIT: Soeben hat (heute Donnerstag) Manchester United ein Angebot von Real Madrid über £80 Milionen für Cristiano Ronaldo akzeptiert. Sollte der Transfer wie erwartet über die Bühne gehen, bedeutet dies einen neuen Weltrekord. 

Sonntag, 7. Juni 2009

Those were the good times

Diese Woche strahlte Sky Sports einen weiteren Teil seiner Serie ''Time Of Our Lives'' aus, in der legendäre englische Mannschaften der Vergangenheit mit ehemaligen Mitgliedern noch einmal ins Leben gerufen werden.

Paradoxerweise drehte sich die Sendung um Kevin Keegans Newcastle der neunziger Jahre - ausgerechnet kurz nach dem ersten Abstieg aus der 1992 gegründeten Premier League. Der geniale Franzose David Ginola, John Beresford und Steve Howey teilten ihre Erinnerungen von den ''Entertainers'', denen sie selbst angehört hatten. Das ganze Programm voller Anekdoten aus dieser (erfolgreichen) Zeit stand völlig im Kontrast zur heutigen Situation - jeder wollte damals Newcastle spielen sehen, sodass Sky die meisten Spiele auf einen Montagabend ansetzte, wie Howey bemerkte. Man spielte mit den grossen der Liga um den Titel mit, und nach einem Vorsprung von 12 Punkten sollte man 1996 den Titel noch an... Man Utd verspielen. Dass man die Saison auf Platz 2 abschloss, war kein Trost - während es in der abgelaufenen Saison ums nackte Überleben ging und man klaglos scheiterte.

Witzig waren die zahlreichen Anekdoten, die die drei zu bieten hatten. Keegans Stärke war sein ''Man-Managment'', und er stand als Trainer für bedingungslosen Angriffsfussball. Das Wort defensiv existierte in seinem Wortschatz nicht. Glaubt man den dreien, wurde im Training nie eine Minute das Abwehrverhalten trainiert - im heutigen Fussball undenkbar. Als einmal auf Anregung eines Defensivspielers versucht wurde, mit dem Coach und heutigen BBC-Experten Mark Lawrenson etwas einzustudieren, klappte gar nix. Keegan fuhr prompt dazwischen: ''Naa, we'll do it my way!'' Interessant ist aber, dass Newcastle in der Spielzeit 1995-96 mit 37 Gegentoren nur zwei mehr als Meister Manchester United aufwies - Leute wie der brilliante Phillipe Albert oder Gavin Peacock waren gute Abwehrspieler, nur sehr offensiv orientiert.

Das Entertainment der Fans, der Teamgeist und der von Keegan geförderte Anspruch, jedes Spiel mit drei oder vier Toren Unterschied zu gewinnen, machte Newcastle zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten Teams Englands. John Beresford sagte, wäre Keegan 1997 nicht zurückgetreten (er befand sich im Clinch mit der Vereinsführung), hätte dieser bald Trophäen in den St. James' Park geholt. Man hätte 1996 den Titel wegen mangelnder Erfahrung verpasst, nicht wegen fehlender Klasse. Beresford ärgert sich noch heute um das ''was, wenn...''. Fakt ist, dass Keegan das spielstärkste Team des Landes hatte. Was fehlte, war Erfahrung im Titelkampf. Nachfolger Kenny Dalglish zerstörte laut Ginola das ganze System Newcastle - er hatte seine eigenen Ansichten von Fussball, und in dieses System passten weder ein Ginola noch ein Asprilla.

Man wird nie wissen, was noch alles passiert wäre, hätte ''KK'' seinen Vertrag erfüllt. Die glücklichen Momente dieser Zeit kann man aber keinem Newcastle-Fan mehr wegnehmen, selbst nach dem Abstieg nicht. Während den 45 Minuten Laufzeit fühlte man sich in die Zeit zurückversetzt, und man realisiert erst später, wie weit weg ''The Entertainers'' wirklich sind. Das heutige Newcastle könnte man als die ''Anti-Entertainer'' bezeichnen - langweilig, ideenlos, zusammenhaltlos.

Der Sommer jedoch wird einmal mehr nicht langweilig werden - der Club steht zum Verkauf, Alan Shearer hat nach wie vor keinen Vertrag unterschrieben und die Zusammensetzung des Teams wird sich erheblich verändern (müssen). Klar ist, dass ein neuer Besitzer schnellstmöglich gefunden werden muss - am ersten Juli beginnt die Saisonvorbereitung. Zum ersten Mal seit Sommer 1992 in der zweiten Liga.

Kleiner Nachtrag: Der legendäre Keegan-Ausbruch darf natürlich auch nicht fehlen...

Bild: David Ginola auf Sky Sports.

Mittwoch, 1. April 2009

Breaking News: Alan Shearer neuer Newcastle-Manager

Viele dachten gestern Abend an einen verfrühten Aprilscherz. Doch inzwischen bestätigen Sky Sports, BBC, lokale Medien aus Newcastle und ganz England die Meldung.

Unterdessen wurde die Meldug vom Club bestätigt.

Der 38-jährige Shearer, selbst aus Newcastle, wurde in seinen 10 Jahren im St. James' Park zur Legende, in denen er 206 Tore in 404 Spielen erzielte.
Zusätzlich nimmt er seinen Freunden Ian Dowie, mit dem er in Southampton zusammen gespielt hat, als rechte Hand mit an Bord. Dowie hat im Gegensatz zu Shearer schon Erfahrung als Trainer (u.a. Crystal Palace, Charlton & QPR).

In der laufenden Saison hatte Newcastle in Kevin Keegan, Joe Kinnear und Chris Hughton schon drei verschiedene Trainer. Der Club scheint der zweiten Liga entgegenzuschlittern, und weil Joe Kinnear nach seiner Herzoperation immer noch arbeitsunfähig ist, wird Shearer (mindestens) bis Ende
Saison der vierte Manager in einer enttäuschenden Saison.

Gestern Abend sickerten erstmals Neuigkeiten aus dem Nordosten Englands durch, und spät in der Nacht wurde das Gerücht von Sky Sports bestätigt. Shearer wird morgen den Medien vorgestellt. Am Dienstag wird das Stadion für die Fans geöffnet, um eine Trainingssession unter dem neuen Boss verfolgen zu können (auch wenn das wie immer eher PR denn seriöses Training sein wird...). Ihn erwartet ein schwieriger Job: Newcastle in den verbleibenden acht Spielen irgendwie in der Liga zu halten. Wenn es einer kann, dann er - er hat die Unterstützung der Fans, ist intelligent und kennt den Club in- und auswendig. Die Stimmung im Heimspiel gegen Chelsea am Samstag wird grandios sein. Shearer geniesst bei den Geordies Heldenstatus wie Kevin Keegan.


Gleichzeitig mit der Neubesetzung des Managerpostens wird der umstrittene Sportdirektor Dennis Wise (ex-Chelsea), der im Sommer mitunter ein Grund für den Abgang Keegans war, den Club verlassen. Das bestätigt die Annahme, dass Shearer die volle Kontrolle über das Geschehen haben will. Es wirft jedoch die Frage auf, warum das mit Keegan nicht schon möglich gewesen wäre. Ob sich die Lösung Shearer als zu spät herausstellen wird, werden wir sehen. Für eine Weile gibt es aber der ganzen Region wieder Hoffnung.


Bildquelle: http://www.mathiassundin.se/

Samstag, 21. März 2009

Heading for relegation? Newcastle 1 -3 Arsenal



57' Bendtner 0-1, 58' Martins 1-1, Diaby 64', Nasri 67' 1-3.

Newcastle: Harper - S. Taylor (65' Owen), Coloccini, Bassong (38' Beye), Enrique - R. Taylor, Butt, Nolan, Duff, Loevenkrands (79' Ameobi) - Martins.

Arsenal: Almunia - Sagna, Gallas, Toure, Clichy - Arshavin (74' Song), Denilson, Diaby, Nasri - Van Persie, Bendtner (89' Eboue).

Att: 49'972


Ref: Mark Halsey


Nachdem die Resultate der am Nachmittag ausgetragenen Spiele Newcastles prekärer Situation nicht wirklich halfen, stand man gegen Arsenal umso mehr unter Druck. Den Spielern war jedoch während der ersten 45 Minuten nicht wirklich viel davon anzumerken, wie schon im Spiel gegen Man Utd anfangs Monat spielte man sich gute Chancen heraus und war zeitweise minutenlang in der gegnerischen Platzhälfte vorzufinden. Doch Newcastle verpasste es, beste Chancen zu nutzen - vor allem Obafemi Martins, der einen Elfmeter auf klägliche Art und Weise verschoss, was die Frage aufwerfen liess, was denn gewesen wäre, wenn Owen in der Startformation gestanden hätte. Nach dem verpassten Elfmeter spielte sich das Heimteam weiterhin gute Gelegenheiten für Martins und Loevenkrands heraus, doch der Elfmeter schien auch Arsenal aufgeweckt zu haben, die gegen Ende der Halbzeit Fehler der Newcastle-Abwehr hätten ausnützen müssen.

In der zweiten Halbzeit übernahm allmählich Arsenal das Spielgeschehen und ging nach einer knappen Stunde in Führung. Doch nur 30 Sekunden später schlugen die Magpies zurück - Martins machte seinen Fehler gut, nachdem er eine noch ungeordnete Gunners-Abwehr bestrafte. Die Freude blieb nicht lange bestehen. Steven Taylor musste verletzt vom Spielfeld, und in dieser Zeit nutzte Diaby die Überzahlsituation aus. Von da an war eigentlich klar, dass Arsenal das Spiel heimschaukeln wird, an dem konnte auch die Einwechslung Michael Owens für die letzten 25 Minuten nichts mehr ändern. Arsenal setzte noch einen dritten drauf und hätte am Ende sogar noch höher gewinnen können, u.a. traf Van Persie den Pfosten.

Was bleibt uns von diesem Spiel? Newcastle befindet sich acht Spiele vor Saisonende in einer besorgniserregenden Situation, und der Slogan too big to go down gilt spätestens seit Samstag nicht mehr. Die nächsten Wochen scheinen kaum besser zu werden - es ''lockt'' ein Heimspiel gegen Chelsea und ein weiteres must-win-Spiel beim heimstarken (Mitabstiegskandidaten) Stoke. Wichtig ist nicht, dass man gegen ein weiteres Top-Team gut spielt und wieder verliert, sondern dass man endlich mal gegen Hull, Stoke & Co. das Spieldiktat in die Hand nimmt und Punktverluste in diesen Spielen verhindert. Aus den vier Spielen bei Stoke (auswärts), gegen Middlesbrough, Portsmouth und Fulham (alle heim) müssen neun bis zehn Punkte her. Falls man dazu nicht fähig ist, hat man es auch nicht verdient, in dieser Liga zu bleiben. Leeds United lässt grüssen.

Premiership: bottom five (22.3.)

16Stoke City3032
17Blackburn Rovers3031
18Newcastle United3029
19Middlesbrough3027
20West Bromwich Albion3024

Donnerstag, 19. März 2009

Zahlenspiele mit Taylor

Am Samstag steht Abstiegskandidat Newcastle United vor heimischem Publikum gegen Arsenal unter Druck - und scheint ausgerechnet von Steven Taylor abhängig...

Der junge Geordie, der lange Zeit von seinem Bonus als Einheimischer profitieren konnte, ist spätestens während der laufenden Saison zu einem von vielen Ärgernissen auf (und neben) dem Spielfeld verkommen. Taylor galt zwar als Versprechen für die Zukunft und ist sogar Kapitän der englischen U21-Auswahl, doch seine Leistungen seit dem Sommer waren weder auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung noch als Rechtsverteidiger als Ersatz des verletzten Habib Beye genügend. Stellungsfehler und kaum vorhandene Durschlagskraft nach vorne, um zwei Schwächen zu nennen, sind nicht das einzige Übel - es hat auch den Anschein, er wisse nicht, was er genau zu tun hat. Wenn der Rechtsverteidiger andauernd rechts hinten fehlt, kann irgendetwas nicht stimmen. Man könnte ja meinen, der Trainer ersetzt ihn in diesem Fall einfach. Das Problem ist nur, dass Newcastle einmal mehr mit erheblichen Verletzungssorgen zu kämpfen hat und Taylor so regelmässig zum Einsatz kommt. Er ist darüber hinaus nicht nur der letzte Torschütze Newcastles (beim 1:1 in Hull vor einer Woche), was sowieso schon alles über den Zustand dieser Mannschaft sagt. Nein, Steven Taylor ist auch der Magpie, der gegen Arsenal das letzte Tor erzielt hat, und zwar im Dezember 2007 beim 1:1 im St. James' Park. Seitdem trat man total drei mal (auswärts) gegen die Gunners an, unterlag einmal im FA Cup und zweimal in der Liga mit je 0:3. 

Die Hoffnungen für das Spiel am Samstagabend werden trotzdem kaum auf Taylor ruhen, sondern auf die positive Leistung gegen Man United vor 10 Tagen, welche jedoch keine Punkte einbrachte. Es wird aber viel zusammenkommen müssen, wenn man sich gegen Arsenal mit mindestens einem Punkt aus der Affäre ziehen möchte - Chancen müssen konsequent genutzt, dumme Fehler verhindert und eine über zwei Halbzeiten konstante Leistung abgeliefert werden, vom Torhüter bis zum Stürmer. Das ist nicht gerade das, wofür Newcastle im Jahre 2009 steht. Allein die anständige Heimbilanz gegen Arsène Wengers Truppe gibt etwas Mut: In den letzten sieben Aufeinandertreffen ging man nur einmal als Verlierer vom heimischen Platz; Total resultierten aus 16 Heimspielen seit Newcastles Aufstieg in die Premier League (1993) gegen die Kanoniere fünf Siege und sieben Remis bei vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 15:12. Im Dezember 2005 konnte man den bis anhin letzten Sieg landen, der Manager Graeme Souness etwas Luft verschaffte, bis er im Februar darauf entlassen wurde. Arsenal reist aber mit der Gewissheit Richtung Nordosten, in den letzten 569 Minuten Ligafussball nur ein einziges Tor kassiert zu haben und ist seit dem 22. November (0:3 bei Man City) ungeschlagen. Zu viele Punkteteilungen und Mühe im Toreschiessen waren während dieser Zeitspanne trotzdem ein Problem, und darum sollte Newcastle morgen nach vorne spielen und so das Publikum auf seine Seite bringen - denn der St. James' Park verdient endlich wieder mal eine anständige Stimmung.